THEORIE UND PRAXIS IN THEORIE UND PRAXIS
Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren in Feuer in Haft (1990)

Gezeigt wird der gänzlich unspektakuläre Alltag in einem Altersheim.
Sieben alte Damen werden von einer Schwester gepflegt.
Sprachliche Überhöhung ist das Mittel, mit dem Zeller das Stück ins Grotesk-Absurde wendet. Was die alten Damen absondern, sind die Botschaften ihres Lebens, es sind die kondensierten Erfahrungen ihrer besseren Tage
Textausschnitt:

Frau R:
Schwester.
Schwester, die Fliege.
(klingelt)

Schwester:
(kommt herein)
So, Frau Reiner.
(nestelt am Rollstuhl etc.)

Frau R:
Schwester.
Schwester, die Fliege

Schwester:
So, so, Frau Reiner.

Frau R:
Die ärgert mich, Schwester.
Schon den ganzen Tag.

Schwester:
Was denn, Frau Reiner.

Frau R:
Die Fliege, Schwester.
Die Fliege.

Schwester:
(schlägt in die Luft)
So, Frau Reiner.
(ab)

Frau H:
Wo sind meine Zähne
meine Zähne sind

Frau M:
In Hohenheim-Birkach
auf dem Friedhof

Frau K:
Haben wir im Neckar gebadet
im Sommer haben wir
nackt im Neckar gebadet
da war ich einundzwanzig

Frau H:
Meine Mutter war einundsiebzig
und die Spätzle waren

Frau M:
in Hohenheim-Birkach

Frau K:
im Neckar

Frau H:
im Feuer in Haft

 

Uraufführung
theater rampe, Stuttgart
28. 7. 2001

Regie: Stefan Bruckmeier
Bühne: Claudia Flasche

Weitere Aufführungen
2001
Theaterhaus Hildesheim, Theater „Alt und jung“

Leitung: Franz Matzke, Friederike Fetting

 

PRESSESTIMMEN

 

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